FTTC, FTTB und FTTH: Wie weit reicht die Glasfaser?

Was Unternehmen über den Endpunkt der Glasfaser und die verbleibende Gebäudeverkabelung wissen sollten

Der Begriff „Glasfaseranschluss“ allein sagt noch nicht, bis wohin die Glasfaser tatsächlich geführt wird. Sie kann bereits im Straßenverteiler enden, nur bis ins Gebäude reichen oder bis zur Nutzungseinheit beziehungsweise zum Netzabschluss des Unternehmens geführt werden.

Diese Unterschiede werden mit FTTC, FTTB und FTTH beschrieben. Für Unternehmen sind sie wichtig, weil der verbleibende Leitungsabschnitt, die Hausverkabelung und die Übergabestelle Einfluss auf Planung, Betrieb und mögliche Leistungsgrenzen haben. Welche Anschlussart an einem konkreten Standort verfügbar ist, muss technisch und vertraglich geprüft werden.

Das Wichtigste in Kürze:

  • FTTx beschreibt, wie weit die Glasfaser auf dem Weg zum Nutzer reicht.
  • Bei FTTC endet die Glasfaser außerhalb des Gebäudes; die letzte Strecke wird über ein anderes Medium geführt.
  • Bei FTTB endet die Glasfaser am oder im Gebäude, aber nicht zwingend in den Geschäftsräumen.
  • Bei FTTH reicht die Glasfaser bis zur Nutzungseinheit beziehungsweise zum dortigen optischen Netzabschluss.
  • FTTC, FTTB und FTTH sind nicht dasselbe wie AON und GPON.
  • Anschlussart, Inhouse-Verkabelung, Produkt und Vertrag müssen gemeinsam betrachtet werden.
  • Aus der Anschlussart allein folgt keine garantierte Geschwindigkeit.

Was bedeuten die FTTx-Abkürzungen?

FTTx steht für Fibre to the x beziehungsweise Fiber to the x. Das „x“ bezeichnet den Punkt, bis zu dem die Glasfaser geführt wird. Die Begriffe beschreiben damit vor allem die Reichweite des optischen Abschnitts im Zugangsnetz.

Für Unternehmen sind besonders drei Varianten relevant:

  • FTTC – Fibre to the Curb oder Cabinet: Glasfaser bis zu einem Straßenverteiler
  • FTTB – Fibre to the Building: Glasfaser bis zum Gebäude
  • FTTH – Fibre to the Home: Glasfaser bis zur einzelnen Nutzungseinheit

Obwohl FTTH wörtlich „bis ins Zuhause“ bedeutet, wird der Begriff auch für Anschlüsse verwendet, bei denen die Glasfaser bis zur individuellen Einheit eines gewerblich genutzten Gebäudes reicht. Je nach Markt und Dokumentation kann dafür auch der weiter gefasste Begriff FTTP, Fibre to the Premises, verwendet werden.

Die FTTx-Bezeichnung sagt nicht automatisch aus, welcher Tarif, welche Bandbreite oder welche optische Netzarchitektur eingesetzt wird. Grundlagen zur Datenübertragung finden Sie unter Wie funktioniert Glasfaser?.

FTTC verständlich erklärt

Bei FTTC führt die Glasfaser bis zu einem Verteiler in der Nähe der angeschlossenen Gebäude. Von dort verläuft die Verbindung über die bestehende Anschlussleitung weiter zum Unternehmensstandort. Häufig handelt es sich dabei um Kupferleitungen, auf denen eine DSL-Technik eingesetzt wird.

FTTC ist deshalb kein durchgängiger Glasfaseranschluss bis in das Unternehmen. Der Abschnitt zwischen Verteiler und Gebäude bleibt von den Eigenschaften des dort eingesetzten Mediums abhängig. Bei Kupfer können unter anderem Leitungslänge, Leitungszustand und Störeinflüsse eine Rolle spielen.

Für einen Standort kann FTTC dennoch ein geeignetes Produkt bereitstellen, wenn die vertraglichen Leistungsmerkmale zum Bedarf passen. Die Bezeichnung allein erlaubt jedoch keine feste Aussage über erreichbare Geschwindigkeit, Upload, Latenz oder Verfügbarkeit.

Fragen Sie bei Angeboten ausdrücklich nach der Übergabestelle und dem Medium auf dem letzten Abschnitt. Formulierungen wie „glasfaserbasiert“ oder „Glasfaser bis zum Verteiler“ dürfen nicht mit FTTH gleichgesetzt werden.

FTTB verständlich erklärt

Bei FTTB reicht die Glasfaser bis zum Gebäude. Der optische Abschluss kann beispielsweise in einem Hausanschlussraum, Technikraum oder an einem zentralen Gebäudepunkt liegen. Von dort wird das Signal über die vorhandene oder neu errichtete Inhouse-Verkabelung zu den einzelnen Nutzungseinheiten weitergeführt.

Diese interne Strecke kann je nach Gebäude aus Glasfaser, Kupfer-Doppeladern, Ethernet- oder Koaxialverkabelung bestehen. Welche Technik verwendet wird, beeinflusst die mögliche Übergabe an das Unternehmen. Entscheidend sind außerdem Leitungslänge, Qualität der Kabel, aktive Komponenten und Zuständigkeiten im Gebäude.

FTTB ist daher klar von FTTH zu unterscheiden: Bei FTTB endet die Glasfaser auf Gebäudeebene. Sie reicht nicht zwingend bis in die gemieteten Geschäftsräume oder zum Router des Unternehmens.

Vor Vertragsabschluss sollten Mieter, Eigentümer und Betreiber klären, wer die hausinterne Verbindung bereitstellt und wartet. Besonders in Gebäuden mit mehreren Parteien können Zugangsrechte, Leitungswege und vorhandene Verteiler die Umsetzung beeinflussen.

FTTH verständlich erklärt

Bei FTTH wird die Glasfaser bis zur einzelnen Nutzungseinheit geführt. Im Unternehmenskontext bedeutet das typischerweise, dass der optische Leitungsweg nicht bereits im zentralen Gebäuderaum endet, sondern bis in die zu versorgenden Geschäftsräume beziehungsweise zu einem dortigen optischen Netzabschluss reicht.

An diesem Abschluss wird das optische Signal je nach Ausführung durch ein Netzabschlussgerät oder eine geeignete aktive Komponente für Router und Unternehmensnetz bereitgestellt. Die genaue Übergabe ist produktabhängig.

FTTH reduziert den Anteil nichtoptischer Leitungen im Zugangsweg. Daraus folgt jedoch keine pauschale Zusage für eine bestimmte Geschwindigkeit oder symmetrische Bandbreite. Tarif, Netzdimensionierung, Endgeräte, Übergabeschnittstelle und vertragliche Bedingungen bleiben maßgeblich.

Auch innerhalb größerer Unternehmensflächen kann nach dem optischen Abschluss weitere Verkabelung erforderlich sein. FTTH beschreibt den Zugang bis zur Einheit, nicht automatisch die vollständige LAN-, WLAN- oder Gebäudeverkabelung des Unternehmens.

FTTC, FTTB und FTTH im Vergleich

Anschlussart

Endpunkt der Glasfaser

Verbleibende Verkabelung

Mögliche Einschränkungen

Typische Einsatzsituation

FTTC

Straßenverteiler oder Kabelverzweiger in Gebäudenähe

Strecke vom Verteiler zum Gebäude häufig über Kupfer

Eigenschaften und Länge der letzten Leitung können den Anschluss beeinflussen; kein durchgängiger Glasfaserweg

Standorte, die über ein glasfasernahes Zugangsnetz und eine bestehende Anschlussleitung versorgt werden

FTTB

Zentraler Punkt am oder im Gebäude

Vom Gebäudepunkt bis zur Nutzungseinheit über vorhandene oder neue Inhouse-Verkabelung

Leistung und Betrieb hängen auch von Gebäudeverkabelung, aktiven Komponenten und Zuständigkeiten ab

Mehrparteien- oder Gewerbegebäude mit zentralem optischem Gebäudeschluss

FTTH

Einzelne Nutzungseinheit beziehungsweise optischer Netzabschluss in den Geschäftsräumen

Ab Netzabschluss interne Unternehmensverkabelung zu Routern, Switches und Endgeräten

Produkt, Netzarchitektur, Endgeräte und internes Netz bleiben leistungsbestimmend

Unternehmen, bei denen die Glasfaser bis zur individuell versorgten Einheit geführt wird

Die Tabelle dient der Einordnung. Die konkrete Bezeichnung einer Übergabestelle und die Verantwortungsgrenzen können sich je nach Ausbau- und Vertragsmodell unterscheiden. Lassen Sie sich den tatsächlichen Leitungsweg deshalb für den jeweiligen Standort bestätigen.

Warum die letzten Meter im Gebäude wichtig sind

Sobald die Glasfaser am Gebäude ankommt, beginnt häufig ein eigener Planungsbereich. Der Hausübergabepunkt kann im Keller liegen, während Serverraum, Büro oder Gewerbeeinheit mehrere Etagen entfernt sind. Dazwischen müssen ein geeigneter Leitungsweg, Kabel, Brandschutz, Stromversorgung und gegebenenfalls aktive Komponenten vorgesehen werden.

Eine ungeeignete oder veraltete Inhouse-Verkabelung kann die Nutzung eines leistungsfähigen Anschlusses begrenzen. Typische Prüfpunkte sind:

  • Lage von Hausübergabepunkt und gewünschtem Netzabschluss,
  • verfügbare Leerrohre, Schächte und Trassen,
  • Länge und Qualität vorhandener Kabel,
  • Eigentums- und Zugangsrechte,
  • Brandabschottung und Gebäuderegeln,
  • Platz und Strom für Netzabschluss, Router oder Switches,
  • Verantwortung für Installation, Betrieb und Entstörung.

Dieser Artikel bewertet vor allem die Anschlussarten. Die bauliche und technische Inhouse-Planung erläutert die veröffentlichte Seite Hausverkabelung – Inhouse-Glasfaser.

Anschlussart und Netzarchitektur sind unterschiedliche Ebenen

Die Anschlussart beantwortet die Frage: Bis zu welchem Punkt reicht die Glasfaser? FTTC, FTTB und FTTH ordnen den Endpunkt des optischen Leitungsabschnitts ein.

Die Netzarchitektur beantwortet dagegen, wie Teilnehmer im optischen Zugangsnetz angebunden und Signale verteilt werden. Dazu gehören beispielsweise Punkt-zu-Punkt-Strukturen oder passive Punkt-zu-Mehrpunkt-Netze.

Zusätzlich gibt es die Produktebene. Sie bestimmt unter anderem gebuchte Bandbreite, Upload, Schnittstelle, Servicezeiten und weitere vertragliche Merkmale. Ein FTTH-Anschluss kann deshalb je nach Produkt sehr unterschiedliche Eigenschaften haben. Umgekehrt lässt sich aus einem hohen Tarifwert allein nicht ableiten, dass die Glasfaser bis in die Nutzungseinheit reicht.

Für eine belastbare Bewertung sollten Unternehmen drei Fragen getrennt stellen:

  1. Wo endet die Glasfaser?
  2. Welche Netzarchitektur wird verwendet?
  3. Welche Leistungen und Schnittstellen sind konkret vereinbart?

FTTC, FTTB und FTTH sind nicht dasselbe wie AON und GPON

AON steht für Active Optical Network. Im üblichen Vergleich mit passiven Netzen beschreibt der Begriff eine optische Netzstruktur mit aktiven Komponenten und häufig individuellen Punkt-zu-Punkt-Verbindungen beziehungsweise Ports im Zugangsnetz.

GPON steht für Gigabit-capable Passive Optical Network. Dabei wird eine optische Punkt-zu-Mehrpunkt-Struktur mit passiven Splittern genutzt. Mehrere Anschlüsse teilen sich Teile der optischen Infrastruktur. Die Zuordnung und Übertragung werden durch die eingesetzte PON-Technik geregelt.

FTTx und AON/GPON beantworten somit verschiedene Fragen. Ein FTTH- oder FTTB-Ausbau kann mit unterschiedlichen optischen Architekturen umgesetzt werden. Die Bezeichnung FTTH allein bestätigt weder AON noch GPON. Ebenso lässt sich aus AON oder GPON nicht ohne Weiteres ablesen, ob die Glasfaser am Gebäude oder in der individuellen Einheit endet.

Keine der Architekturen sollte pauschal als in jedem Fall überlegen dargestellt werden. Netzdimensionierung, Produkt, Auslastung, Service und vertragliche Werte sind für die tatsächliche Nutzung entscheidend. Weitere Details bietet GPON und AON Glasfaser im Vergleich.

Wie Unternehmen ihre tatsächliche Anschlussart feststellen

Werbeaussagen oder ein Glasfasersymbol reichen für die technische Einordnung nicht aus. Prüfen Sie den vollständigen Leitungsweg und die Übergabepunkte.

Hilfreiche Fragen sind:

  • Endet die Glasfaser im Straßenverteiler, im Gebäude oder in der Geschäftseinheit?
  • Welches Medium wird nach dem Glasfaserendpunkt verwendet?
  • Wo befinden sich Hausübergabepunkt und optischer Netzabschluss?
  • Welche Schnittstelle erhält das Unternehmen?
  • Wer verantwortet die Strecke innerhalb des Gebäudes?
  • Sind zusätzliche Bau- oder Verkabelungsarbeiten erforderlich?
  • Welche Netzarchitektur und welches Produkt werden bereitgestellt?
  • Sind die Angaben Bestandteil des Angebots oder Vertrags?

Bei bestehenden Anschlüssen können Dokumentation, beschriftete Übergabepunkte und eingesetzte Geräte Hinweise geben. Eine elektrische Telefondose als letzte Übergabe spricht beispielsweise nicht für eine bis zu dieser Dose geführte Glasfaser. Eine abschließende technische Bestätigung sollte jedoch vom zuständigen Anbieter oder Netzbetreiber erfolgen.

Den allgemeinen Ablauf vom Leitungsweg bis zum Gebäudepunkt beschreibt Glasfaser-Hausanschluss.

Checkliste vor Vertragsabschluss

  • Welche FTTx-Anschlussart wird am konkreten Standort bereitgestellt?
  • Bis zu welchem eindeutig benannten Punkt reicht die Glasfaser?
  • Welches Medium verbleibt zwischen diesem Punkt und den Geschäftsräumen?
  • Wo liegen Hausübergabepunkt und Netzabschluss?
  • Welche Gebäudeverkabelung ist vorhanden?
  • Sind Leerrohre, Schächte und Zugangsrechte verfügbar?
  • Wer übernimmt Planung, Installation und Kosten der Inhouse-Strecke?
  • Welche Übergabeschnittstelle und Geräte werden bereitgestellt?
  • Welche Bandbreite ist im Down- und Upload vereinbart?
  • Ist die Leistung symmetrisch oder asymmetrisch?
  • Welche Netzarchitektur wird verwendet?
  • Welche Servicezeiten und Entstörungsbedingungen gelten?
  • Sind Bauzeiten, Genehmigungen oder Eigentümerzustimmungen erforderlich?
  • Wie kann der Anschluss später erweitert oder verlegt werden?
  • Welche interne LAN- und WLAN-Infrastruktur wird zusätzlich benötigt?

Die benötigte Bandbreite folgt nicht allein aus FTTC, FTTB oder FTTH. Anwendungen, gleichzeitige Nutzung und Wachstum sollten separat ermittelt werden. Dabei unterstützt Welche Bandbreite braucht mein Unternehmen?.

Häufige Fragen

Ist FTTC ein vollständiger Glasfaseranschluss bis ins Unternehmen?

Nein. Bei FTTC endet die Glasfaser am Straßenverteiler oder Kabelverzweiger. Die Strecke bis zum Gebäude beziehungsweise Anschluss wird über ein anderes Medium geführt, häufig Kupfer.

Was ist der wichtigste Unterschied zwischen FTTB und FTTH?

Bei FTTB endet die Glasfaser auf Gebäudeebene. Bei FTTH reicht sie bis zur einzelnen Nutzungseinheit beziehungsweise zum dortigen optischen Netzabschluss. Die interne Strecke ab diesem Punkt bleibt Teil der Unternehmensverkabelung.

Garantiert FTTH eine bestimmte Geschwindigkeit?

Nein. FTTH beschreibt den Endpunkt der Glasfaser. Die tatsächlich vereinbarte Leistung hängt unter anderem vom Produkt, der Netzarchitektur, der Übergabe und den Vertragsbedingungen ab.

Ist jeder FTTH-Anschluss symmetrisch?

Nein. Ob Up- und Download gleich hoch sind, ergibt sich aus dem konkreten Produkt oder Vertrag. Die FTTx-Anschlussart allein trifft darüber keine verbindliche Aussage.

Ist GPON dasselbe wie FTTH?

Nein. GPON beschreibt eine passive optische Punkt-zu-Mehrpunkt-Architektur. FTTH beschreibt, dass die Glasfaser bis zur individuellen Nutzungseinheit reicht. Ein FTTH-Anschluss kann über GPON oder eine andere Architektur realisiert werden.

Kann FTTB für ein Unternehmen ausreichen?

Das kann der Fall sein, wenn die Inhouse-Verkabelung, Übergabe und vertragliche Leistung zu den Anwendungen passen. Entscheidend ist, wie der Abschnitt vom Gebäudepunkt bis zum Unternehmen umgesetzt wird.

Wer ist für die Verkabelung innerhalb des Gebäudes verantwortlich?

Das hängt von Eigentumsverhältnissen, Ausbauprojekt und Vertrag ab. Netzbetreiber, Gebäudeeigentümer, Vermieter oder Unternehmen können unterschiedliche Verantwortungsbereiche haben. Diese sollten vor Beauftragung schriftlich geklärt werden.

Anschlussart und Gebäudeverkabelung gemeinsam bewerten

FTTC, FTTB und FTTH zeigen, wie weit die Glasfaser reicht. Für die Unternehmenspraxis sind jedoch auch Inhouse-Verkabelung, Übergabeschnittstelle, Netzarchitektur und das konkrete Produkt entscheidend.

Wenn Sie die Anschlussmöglichkeiten eines Unternehmensstandorts mit GFU besprechen möchten, können Sie über die Kontaktseite eine Anfrage stellen. Welche Anschlussart verfügbar ist und welche baulichen oder technischen Schritte erforderlich sind, muss anschließend standortbezogen geprüft werden.

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