RatgeberGlasfaser-Technik für Unternehmen

AON vs. GPON: Welche Glasfaser eignet sich für Unternehmen?

Der wichtigste Unterschied liegt im optischen Zugangsabschnitt zwischen Netzbetreiber und Unternehmensstandort: Bei der hier betrachteten Active-Ethernet-Anbindung in AON-Punkt-zu-Punkt-Bauweise führt eine eigene Teilnehmerfaser zum aktiven Netzknoten. Bei GPON (Gigabit Passive Optical Network) verteilt ein passiver optischer Splitter die Verbindung eines PON-Ports auf mehrere Teilnehmer. Beide übertragen Daten mit Licht; sie unterscheiden sich hier in der Verteilung der Verbindung, nicht durch grundsätzlich verschiedene Lichtarten.

Unsere Empfehlung: Glasfaser für Unternehmen empfiehlt Unternehmen AON, wenn die Lösung am Standort verfügbar und wirtschaftlich passend ist.

Mehr zu Business-Glasfaser für Unternehmen

Technisch geprüft: 11. Oktober 2026Quellen: ITU-T G.984.1–3, G.9807.1

AON und GPON im schnellen Vergleich

AON und GPON im schnellen Vergleich
VergleichspunktAON – unsere EmpfehlungGPON
Glasfaser zum Anbieter

1:1-Verbindung: Jeder Anschluss hat eine eigene Glasfaserverbindung zum aktiven Netzknoten

1:n-Verbindung: Eine Verbindung wird über passive optische Verteiler auf mehrere Anschlüsse aufgeteilt – je nach technischer Auslegung bis zu 1:128

Verfügbare Kapazität

Eigene Anschlusskapazität bis zum Netzknoten; dahinter können Netzkapazitäten geteilt sein

Gemeinsame Kapazität im GPON-Strang: meist ca. 2,5 Gbit/s Download und 1,25 Gbit/s Upload

Einfluss benachbarter Anschlüsse

Keine gemeinsame GPON-Kapazität auf der Anschlussfaser

Gleichzeitige starke Nutzung kann die verfügbare Leistung beeinflussen

Geschwindigkeit beim Hochladen

Symmetrische Tarife mit gleich schnellem Upload und Download verfügbar

Tarife häufig mit geringerem Upload als Download

Zugesicherte Geschwindigkeit

Bei den dargestellten GFU-AON-Tarifklassen vertraglich vereinbart

Abhängig vom konkreten Anbieter und Tarif

Mehr als 1 Gbit/s

Mit passender Technik und entsprechendem Tarif möglich

Durch GPON-Kapazität begrenzt; XGS-PON bietet höhere Kapazitäten

Monatlicher Preis

Je nach Standort auch mit GPON vergleichbar

Je nach Standort und Leistungsumfang günstiger

Unsere Empfehlung

Erste Wahl für Unternehmen, wenn verfügbar und wirtschaftlich passend

Alternative nach Prüfung von Bedarf und Vertragsleistungen

Gigabit Passive Optical Network

Was ist GPON?

GPON bedeutet Gigabit Passive Optical Network und verbindet ein Optical Line Terminal (OLT, optischer Netzabschluss) beim Netzbetreiber über ein passives Verteilnetz mit Optical Network Terminals beziehungsweise Units (ONT/ONU, optischen Endgeräten) an mehreren Standorten. Ein optischer Splitter verteilt das Downstream-Signal ohne eigene Stromversorgung. OLT und Endgeräte benötigen weiterhin Strom; „passiv“ beschreibt nur das optische Verteilnetz. Technische Grundlagen erläutert Wie funktioniert Glasfaser?.

Beispiele für Split-Verhältnisse sind 1:32 und 1:64. Die Spezifikation berücksichtigt unter bestimmten Voraussetzungen auch 1:128; das ist keine Aussage über den Ausbau an Ihrem Standort. Optische Dämpfung und Leistungsbudget begrenzen die Kombination aus Split-Verhältnis und Reichweite. Die Zahl angeschlossener Endgeräte ist weder die Zahl aktiver Verträge noch die Zahl gleichzeitig voll ausgelasteter Anschlüsse. 1:64 ist keine universelle technische Obergrenze.

In einer verbreiteten GPON-Konfiguration beträgt die nominale gemeinsame Leitungskapazität ungefähr 2,488 Gbit/s im Downstream und 1,244 Gbit/s im Upstream. Das sind weder die Geschwindigkeit pro Anschluss noch Netto-Datenraten einer Anwendung. Die Netztechnik teilt Kapazität bedarfsabhängig zu und koordiniert im Upstream die Sendezeiten.

Ein GPON-Tarif kann den Bedarf eines Unternehmens abdecken und auch symmetrisch angeboten werden; die asymmetrische Segmentkapazität allein schließt das nicht aus. Ob Engpässe auftreten und welche Bandbreite zugesichert ist, hängt von Dimensionierung, Auslastung, Kapazitätszuteilung und Vertrag ab. Ein höherwertiger Tarif ändert die Punkt-zu-Mehrpunkt-Architektur nicht automatisch.

Active Optical Network, Punkt-zu-Punkt

Was ist AON?

AON bedeutet Active Optical Network. Diese Seite betrachtet die Active-Ethernet-Bauweise mit einer eigenen optischen Punkt-zu-Punkt-Teilnehmerverbindung bis zum aktiven Netzknoten des Netzbetreibers. „AON“ ist kein Synonym für jede denkbare aktive Netzarchitektur. Im Zugangsweg können passive Fasern, Steckverbindungen und Patchfelder liegen; sie sind keine PON-Splitter. Ein zusätzlicher strombetriebener Straßenverteiler ist nicht in jeder Umsetzung nötig. Aktive Ethernet-Technik am Netzknoten und das Gerät beim Kunden benötigen Strom.

Die separate Teilnehmerfaser vermeidet die gemeinsame PON-Segmentkapazität auf diesem Zugangsabschnitt. Hinter dem aktiven Netzknoten können Uplinks und weitere Ressourcen gemeinsam genutzt werden. Eine eigene Faser ist daher keine exklusive Ende-zu-Ende-Verbindung und verhindert Engpässe im weiteren Netz, an Gegenstellen oder in der Unternehmens-IT nicht.

GFU-Empfehlung: GFU bevorzugt AON für Geschäftskunden, wenn es am Standort verfügbar und wirtschaftlich passend ist. Ausschlaggebend sind die klare Zuordnung des Zugangsabschnitts und die tatsächlich angebotenen Vertragsleistungen.

AON bestimmt weder eine Mindesttarifgeschwindigkeit noch Symmetrie oder eine garantierte Ende-zu-Ende-Leistung. Geeignete Ethernet-Technik ermöglicht beispielsweise 10 Gbit/s und mehr; auch niedrigere oder asymmetrische Tarife sind möglich. Maßgeblich sind Übergabe, gebuchte Down- und Uploadrate, zugesicherter Messpunkt und Bedingungen des konkreten Angebots. Die hier bislang beschriebenen GFU-AON-Tarifklassen enthalten nach der bestehenden Leistungsbeschreibung eine vertragliche Bandbreitenzusage; Werte und Messbedingungen sind vor Vertragsabschluss zu prüfen. Zur Einordnung: Symmetrisch oder asymmetrisch?

Ist an Ihrem Standort AON verfügbar?

Kostenlos prüfen lassen

AON und GPON im direkten Vergleich

Die Netzarchitektur bestimmt, wie der Unternehmensanschluss technisch geführt wird. Tarifmerkmale und vertragliche Zusicherungen müssen zusätzlich im konkreten Angebot geprüft werden. Hinweis zu den bestehenden Schaubildern: Die Angaben „70 %“ und „100 %“ illustrieren lediglich die unterschiedliche Führung der Teilnehmerverbindungen. Sie sind weder gemessene Geschwindigkeiten noch feste Kapazitätsanteile oder Bandbreitenzusagen. Bei GPON wird Kapazität nach Bedarf zugeteilt; auch die separate AON-Teilnehmerfaser garantiert keine exklusive Leistung im weiteren Netz.

Eigene Leitung je Unternehmen

AON: drei separate Anschlüsse, 100 ProzentDerselbe Gewerbegebietsplan mit drei Unternehmen. Ein Fahrzeug folgt der Straße. Der Vergleich ist schematisch und keine Geschwindigkeitsmessung.AON100%100%100%

Geteilte Leitung ab Verteiler

GPON: geteilte Kapazität, 70 ProzentDerselbe Gewerbegebietsplan mit drei Unternehmen. Ein Fahrzeug folgt der Straße. Der Vergleich ist schematisch und keine Geschwindigkeitsmessung.GPON Verteiler70%70%70%
Statischer Vergleich.

Schematische Illustration: Die 70-/100-Prozent-Balken, Fahrzeugbewegung und Zeitverhältnisse zeigen keine gemessene oder garantierte Geschwindigkeit, Leistung oder Verfügbarkeit.

GPON: passiv geteilte Anschlussstruktur

  • Netzstruktur: passives optisches Netz mit Splittern

  • Passive Teilung: ja, mehrere Teilnehmer innerhalb einer PON-Struktur

  • Split-Verhältnis: Beispiele sind 1:32 und 1:64; die technische Eignung hängt von Optik, Leistungsbudget und Strecke ab. 1:64 ist keine universelle Obergrenze.

  • Anschlussressourcen: gemeinsame PON-Kapazität wird zwischen mehreren Teilnehmern verwaltet

  • Bandbreite und vertragliche Zusicherung: Die gemeinsame PON-Kapazität wird zwischen mehreren Teilnehmern verwaltet. Ob und in welcher Höhe eine Mindestbandbreite garantiert wird, hängt vom konkreten Anbieterangebot und Vertrag ab.

  • Gleichzeitige Nutzung: die tatsächlich nutzbare Leistung kann stärker von Netzauslegung und Auslastung abhängen

  • Betriebliche Planbarkeit: GFU bevorzugt für Geschäftskunden die separate Teilnehmerverbindung; zugesicherte Leistung und Entstörung sind im konkreten Vertrag zu prüfen.

  • Eignung: kann den aktuellen Bedarf eines einzelnen Unternehmens abdecken

  • GFU-Empfehlung: für Geschäftskunden nicht empfohlen, wenn AON verfügbar und wirtschaftlich sinnvoll ist

  • Vermittlung durch GFU: Vermittlung bei Bedarf möglich

AON: individuell geführter aktiver Anschluss

  • Netzstruktur: individuell über aktive Netztechnik geführter Unternehmensanschluss

  • Passive Teilung: keine passive Aufteilung des Teilnehmeranschlusses wie bei GPON

  • Teilnehmerzuordnung: individuell geführter Anschluss

  • Anschlussressourcen: klarer zuordenbar

  • Bandbreite und Zusicherung: eigene Teilnehmerfaser; Tarifrate, Symmetrie und garantierter Messpunkt ergeben sich erst aus dem konkreten Angebot. Weitere Netzressourcen können geteilt sein.

  • Gleichzeitige Nutzung: keine teilnehmerbedingte passive Teilung auf dem betreffenden Anschluss

  • Betriebliche Planbarkeit: aus GFU-Sicht ein Argument für AON, sofern die vertraglichen Leistungs- und Servicebedingungen den Bedarf decken. Keine automatische Ende-zu-Ende-Garantie.

  • Eignung: von GFU grundsätzlich für Geschäftskunden empfohlen, sofern verfügbar

  • GFU-Empfehlung: AON statt GPON

  • Vermittlung durch GFU: Schwerpunkt und vorrangige Empfehlung von GFU

Die wichtigsten Unterschiede im Detail

Zugangsweg und Stromversorgung

Bei der hier verglichenen AON-Punkt-zu-Punkt-Bauweise führt eine eigene Faser zum aktiven Ethernet-Port am Netzknoten. Passive Patchfelder und Steckverbindungen auf dieser Strecke teilen das optische Signal nicht wie ein PON-Splitter. Aktive Technik am Netzknoten und beim Kunden braucht Strom; ein zusätzlicher aktiver Straßenverteiler ist nicht zwingend. GPON verbindet einen OLT-Port über stromlose optische Splitter mit mehreren ONT/ONU-Endgeräten. OLT und Endgeräte benötigen ebenfalls Strom. Aus dieser Architektur allein folgt keine pauschale Verfügbarkeitsquote. Zur Vorsorge bei Stromausfall: USV und Internetanschluss.

Bandbreite: Fünf verschiedene Größen

  1. Technische Leitungskapazität – physikalische Datenrate
  2. Segmentkapazität – geteilte, zugeteilte Kapazität
  3. Tarifgeschwindigkeit – das gebuchte Produkt
  4. Vertragliche Zusicherung – mit definiertem Messpunkt
  5. Anwendungsdurchsatz – Protokolle, Geräte, Gegenstelle

Technische Leitungskapazität bezeichnet die physikalische Datenrate. Bei GPON ist die Segmentkapazität gemeinsam und wird zugeteilt. Die Tarifgeschwindigkeit ist das gebuchte Produkt; eine vertragliche Zusicherung gilt nur mit definiertem Messpunkt und Bedingungen. Der Anwendungsdurchsatz ist meist geringer und hängt auch von Protokollen, Endgeräten, Gegenstelle und weiterem Netz ab. Eigene Teilnehmerfaser, symmetrischer Tarif und garantierte Bandbreite sind drei getrennte Eigenschaften. AON ist weder auf 1 Gbit/s begrenzt noch grundsätzlich erst ab 1 Gbit/s erhältlich. GPON-Datenraten gelten nicht für jede PON-Generation.

Wird GPON abends langsamer – und ist AON davon ausgenommen?

Nein, beides lässt sich nicht pauschal behaupten. Hohe gleichzeitige Nachfrage kann im gemeinsamen PON-Segment einen Engpass erzeugen. Ob das geschieht, hängt von Dimensionierung, Auslastung und Kapazitätszuteilung ab; die Kapazität wird nicht dauerhaft gleichmäßig durch die Zahl angeschlossener Teilnehmer geteilt. AON-Punkt-zu-Punkt vermeidet diese gemeinsame PON-Kapazität auf dem Teilnehmerabschnitt. Uplinks, weitere Providernetze, Gegenstellen, Router und eigene IT können aber auch einen AON-Anschluss bremsen. Prüfen Sie deshalb vertragliche Leistungswerte und Messbedingungen getrennt von der Architektur. Verbindungsqualität bei Cloud, VoIP und Video erläutert weitere Ursachen.

GPON ist nicht gleich XGS-PON

  • GPON · geteilt

    2,488 / 1,244 Gbit/s

    down / up nominal, pro PON-Segment

  • XGS-PON · geteilt

    10 / 10 Gbit/s

    nominal, weiterhin Punkt-zu-Mehrpunkt

  • AON · eigene Faser

    1:1

    eigene Leitungskapazität bis zum Netzknoten

XGS-PON stellt nominal rund 10 Gbit/s in beide Richtungen auf einer weiterhin gemeinsam genutzten Punkt-zu-Mehrpunkt-Struktur bereit. Die höhere Segmentkapazität ist ein sachlicher Vorteil gegenüber der verbreiteten GPON-Konfiguration, garantiert aber nicht 10 Gbit/s für jeden Kunden. Die GPON-Werte von ungefähr 2,488/1,244 Gbit/s dürfen nicht auf XGS-PON übertragen werden. Quelle: ITU-T G.9807.1.

Reichweite, Kosten und Einsatz

Eine pauschale Gegenüberstellung „AON 100 km, GPON maximal 20 km“ wäre irreführend. Für GPON nennen G.984.1 und G.984.2 physische Auslegungen und ein davon getrenntes logisches Reichweitenkonzept. Optik, Dämpfung, Verbindungen, Split-Verhältnis und Leistungsbudget bestimmen die konkrete Strecke; große Split-Verhältnisse und Reichweiten lassen sich nicht beliebig gleichzeitig maximieren. Bei Active Ethernet bestimmen vor allem Transceiver und Strecke die Entfernung. Für Ihr Unternehmen zählt die bestätigte Verfügbarkeit am Standort. PON kann Fasern und zentrale OLT-Ports gemeinsam nutzen; stromlose Splitter vereinfachen Teile des Verteilnetzes. AON-Aufwand hängt von Faserführung, Ports und aktiven Standorten ab. Ausbaukosten des Netzbetreibers, Bereitstellungsdauer und Endkundenpreis sind verschiedene Größen. Keine Technologie ist überall günstiger oder schneller auszubauen. Beide können je nach Netzbetreiber Privat- und Geschäftskunden versorgen.

Sicherheit und Datenschutz

Die separate AON-Teilnehmerfaser vermeidet das gemeinsame PON-Downstream-Medium auf diesem Abschnitt, ist aber weder automatisch abhörsicher noch Ende-zu-Ende-verschlüsselt. Bei GPON erreicht das Downstream-Signal die Endgeräte im jeweiligen PON-Baum; Teilnehmerzuordnung und Verschlüsselung sind unterschiedliche Schutzmechanismen. AES-Verfahren für den Schutz von Downstream-Nutzdaten sowie Sicherheitsfunktionen. Umfang, Richtung und Implementierung sind im konkreten Netz zu prüfen; regulär können Teilnehmer nicht beliebige fremde Nutzdaten lesen. Bei beiden Architekturen bleiben physische Sicherheit, korrekte Netzkonfiguration, TLS, geeignete VPN-Verbindungen, Firewall und sichere Administration wichtig. Der Zugangsweg allein begründet weder Datenschutzkonformität noch eine Sicherheitsgarantie.

Latenz und Verfügbarkeit

Latenz, Jitter, Paketverlust und Verfügbarkeit folgen nicht allein aus der Bezeichnung AON oder GPON. Messweg, Netzdimensionierung, Servicebedingungen und eigene Technik zählen mit. Eine garantierte Ping-Zeit oder pauschale Ausfallquote lässt sich daraus nicht ableiten.

Unsere Empfehlung

Warum empfiehlt GFU Geschäftskunden grundsätzlich AON?

GFU bevorzugt AON dort, wo die individuell zugeordnete Teilnehmerfaser verfügbar ist und Preis, Übergabe und Service zum Bedarf passen. Das ist eine Beratungsempfehlung – keine allgemeine Messung, dass jeder AON-Anschluss schneller oder störungsärmer wäre als jeder GPON-Anschluss.

Für die Entscheidung zählen zwei getrennte Belege: die technische Zugangsarchitektur und das konkrete Angebot mit zugesicherter Down- und Uploadrate, Messbedingungen, Servicezeiten und Entstörungszielen. Fragen Sie nach diesen Unterlagen, bevor Sie Angebote vergleichen.

Die hier beschriebenen GFU-AON-Tarifklassen werden mit einer vertraglichen Bandbreitenzusage angeboten. Welche Mindestwerte, Messpunkte und Ausnahmen gelten, ergibt sich ausschließlich aus dem jeweiligen Anbieterangebot. Zusammen mit einer eigenen Teilnehmerverbindung kann dies für Cloud, VPN, Telefonie, Backups und Standortvernetzung gut planbar sein; auch die Kapazität hinter dem Zugangsknoten muss zum Bedarf passen.

Ein höherwertiger GPON-Tarif kann bessere Service- oder Vertragsleistungen enthalten. Die zugrunde liegende passive Teilungsarchitektur bleibt dennoch bestehen.

An einigen Standorten kann GFU nach der bestehenden Angebotsbeschreibung AON zum gleichen oder vergleichbaren Preis wie GPON vermitteln. Das ist standort- und angebotsabhängig. Sind Preis, zugesicherte Leistung und Servicebedingungen vergleichbar, bevorzugt GFU AON wegen der separaten Teilnehmerverbindung. Die tatsächlichen Vertragswerte sind entscheidend.

Worauf es bei der Entscheidung ankommt

Prüfen Sie für Ihren Standort getrennt, welche Zugangsarchitektur verfügbar ist und welche Bandbreite, Messbedingungen, Servicezeiten und Entstörungsziele der konkrete Vertrag zusagt. GFU bevorzugt AON bei vergleichbar passenden Angeboten wegen der separat geführten Teilnehmerverbindung; daraus folgt keine pauschale Überlegenheit jedes einzelnen Tarifs.

Ist AON verfügbar, empfiehlt GFU Geschäftskunden AON statt GPON.

Welche Risiken sieht GFU bei GPON für Unternehmen?

GPON funktioniert nicht bei jedem Anschluss gleich und ein Leistungseinbruch tritt nicht zwangsläufig auf. GFU bewertet jedoch die passiv geteilte Architektur für Geschäftskunden als vermeidbares betriebliches Risiko.

  • Geteilte Anschlussstruktur: Mehrere Teilnehmer nutzen Kapazität innerhalb derselben PON-Struktur.

  • Gleichzeitige Nutzung: Die tatsächlich nutzbare Leistung kann von Netzauslegung, Split-Verhältnis und Auslastung abhängen.

  • Geringere Zuordenbarkeit: Anschlussressourcen sind weniger eindeutig einem einzelnen Unternehmen zugeordnet.

  • Planbarkeit: Beworbene und vertraglich zugesicherte Bandbreite müssen unterschieden werden.

  • Tarifklasse: Auch ein höherwertiger GPON-Tarif verändert nicht automatisch die geteilte Architektur.

  • Geschäftsanwendungen: Cloud, Upload, VPN, Telefonie oder mehrere Standorte können hohe Anforderungen an Planbarkeit und Upstream stellen.

GFU erlebt in der Beratungspraxis, dass Unternehmen insbesondere wegen höherer Anforderungen an Planbarkeit, Upload und geschäftskritische Anwendungen von GPON zu AON wechseln.

Für welche Unternehmen ist AON die empfehlenswerte Wahl?

GFU empfiehlt AON grundsätzlich für Geschäftskunden, sofern die Technologie am Standort verfügbar ist. Die Empfehlung gilt nicht nur für große oder besonders geschäftskritische Betriebe.

Besonders deutlich werden die Vorteile einer individuell geführten Anbindung beispielsweise bei:

  • Unternehmen mit eigener IT-Abteilung

  • Unternehmen mit Cloud-Anwendungen

  • Unternehmen mit mehreren Standorten

  • Betrieben mit VPN und Remote-Zugriffen

  • Unternehmen mit großen Upload-Mengen

  • Unternehmen mit geschäftskritischer Telefonie

  • Produktionsbetrieben

  • Rechenzentrumsanbindungen

  • Unternehmen mit hohen Anforderungen an Planbarkeit

  • Unternehmen, die eine GPON-Verbindung ersetzen möchten

Welche Anschlussleistung zu Ihren Anwendungen passt, erläutert Welche Bandbreite braucht mein Unternehmen?.

Woher weiß ich, ob mein Anschluss AON oder GPON nutzt?

Prüfen Sie zunächst die technischen Anschlussunterlagen Ihres Anbieters. Ist die Anschlussart dort nicht eindeutig genannt, fragen Sie konkret nach:

„Wird unser Standort über einen aktiven Punkt-zu-Punkt-Glasfaseranschluss oder über ein passives optisches Netz wie GPON beziehungsweise XGS-PON angebunden?“

Lassen Sie sich zusätzlich Download, Upload und die vertraglich garantierte Bandbreite bestätigen. Die Bezeichnung „Glasfaser“ allein beantwortet diese Fragen nicht.

Sie möchten für Ihr Unternehmen passende AON-Angebote vergleichen? GFU unterstützt Sie bei der Auswahl von Anschluss und Tarif.

AON-Angebot für meinen Standort anfragen

Was sollten Unternehmen vor Vertragsabschluss prüfen?

Die Bezeichnung Glasfaser allein zeigt nicht, ob es sich um AON oder GPON handelt. Unternehmen sollten deshalb die tatsächliche Anschlussarchitektur ausdrücklich prüfen.

0 von 18 geprüft

Technik
Leistung
Service
Kosten und Vertrag

Ergänzen Sie die Checkliste um vier konkrete Nachfragen: An welchem Messpunkt und unter welchen Bedingungen gilt die zugesicherte Down- und Uploadrate? Welche Angaben zu Segmentdimensionierung und Split-Verhältnis liegen vor? Welche Übergabe, ONT-/Router-Anforderungen und IP-Optionen gelten? Welche Servicezeiten, Reaktionszeiten, Entstörungsziele und Backup-Leistungen sind schriftlich vereinbart?

Vertiefend: Bandbreitenbedarf, SLA und Entstörung, feste IP-Adressen und Backup-Anschluss.

Häufige Fragen zu AON und GPON

Was ist der wichtigste Unterschied zwischen AON und GPON?

Bei der hier betrachteten AON-Punkt-zu-Punkt-Bauweise führt eine eigene Teilnehmerfaser zum aktiven Ethernet-Knoten. Bei GPON teilen mehrere Teilnehmer über passive Splitter die Kapazität eines PON-Ports. Nachgelagerte Netze können bei beiden gemeinsam genutzt werden. GFU bevorzugt AON für Geschäftskunden, sofern Verfügbarkeit, Vertrag und Wirtschaftlichkeit passen.

Wird die Bandbreite bei GPON geteilt?

Bei GPON nutzen mehrere Teilnehmer die Kapazität einer gemeinsamen PON-Struktur. Die Zuteilung wird durch die Netztechnik gesteuert. Welche Leistung ein einzelner Anschluss erhält, hängt unter anderem vom Netz, Split-Verhältnis, Anbieterbetrieb und Vertrag ab.

Wie viele Teilnehmer können sich eine GPON-Struktur teilen?

Wie viele Anschlüsse sich eine GPON-Struktur teilen, hängt vom Split-Verhältnis des jeweiligen Netzes ab. Die Deutsche Telekom nutzt ein Verhältnis von bis zu 1:32, andere Anbieter teilweise bis zu 1:64. Unter geeigneten technischen Bedingungen sieht die Spezifikation auch ein Verhältnis von 1:128 vor.

Kann GPON für ein Unternehmen funktionieren?

Ja. Ein passend dimensionierter GPON- oder XGS-PON-Anschluss mit geeigneter vertraglicher Leistung kann den Bedarf decken. GFU empfiehlt AON vorrangig, wenn die separate Teilnehmeranbindung verfügbar ist und das konkrete Angebot zu Preis, Service und zugesicherter Leistung passt. Die Architektur allein belegt keinen Ausfall- oder Geschwindigkeitsvorteil im Einzelfall.

Welche Technologie empfiehlt GFU?

GFU ist auf AON-Anbindungen spezialisiert und empfiehlt diese vorrangig für Unternehmen. Bei Bedarf vermitteln wir auch GPON-Tarife. Die hier aufgeführten AON-Tarifklassen kombinieren einen individuell geführten Anschluss mit einer vertraglich garantierten Bandbreite. Die konkreten Werte und Bedingungen ergeben sich aus dem jeweiligen Angebot.

Ist die Bandbreite bei AON garantiert?

Nein, aus AON allein folgt keine Garantie. Die hier beschriebenen GFU-AON-Tarifklassen werden mit einer vertraglichen Bandbreitenzusage angeboten; maßgeblich sind der konkrete Wert, Messpunkt, Zeitraum und die Bedingungen im Anbieterangebot. Eine eigene Teilnehmerfaser garantiert keine exklusive Kapazität durch das gesamte Providernetz oder Internet.

Ist AON immer teurer als GPON?

Nein. An einigen Standorten kann GFU AON zum gleichen oder zu einem vergleichbaren Preis vermitteln. Die tatsächlichen Kosten hängen von Standort, Ausbau, Anbieter und Leistungsumfang ab. Sind Preis und Servicebedingungen vergleichbar, empfiehlt GFU eindeutig AON.

Vermittelt GFU auch GPON?

Ja. GFU kann auch GPON-Tarife vermitteln. Unsere Spezialisierung und vorrangige Empfehlung für Unternehmen sind AON-Anbindungen. Welche Lösung wir empfehlen, hängt von Standortverfügbarkeit, Anforderungen und Wirtschaftlichkeit ab.

Warum wechseln Unternehmen von GPON zu AON?

GFU erlebt in der Beratungspraxis, dass Unternehmen insbesondere wegen höherer Anforderungen an Planbarkeit, Upload, Anschlussressourcen und geschäftskritische Anwendungen von GPON zu AON wechseln.

Quellen und redaktioneller Prüfstand

Technische Aussagen wurden am 11. Oktober 2026 anhand der folgenden Primärquellen geprüft: ITU-T G.984.1 (GPON-Architektur und Reichweite, Ausgabe 2008 mit Ergänzungen), ITU-T G.984.2 (physikalische Eigenschaften, Ausgabe 2019), ITU-T G.984.3 (Kapazitätszuteilung und Sicherheitsverfahren, Ausgabe 2014 mit Ergänzungen 2020 und 2025) sowie ITU-T G.9807.1 (XGS-PON, Ausgabe 2023 mit Ergänzung 2025). Das Cisco-Datenblatt zu 10-Gigabit-Ethernet-Optiken belegt ein Technikbeispiel, kein konkretes Anschlussangebot. Tarif- und Servicezusagen sind ausschließlich anhand des jeweiligen Anbieterangebots zu prüfen.

AON-Verfügbarkeit am Unternehmensstandort prüfen

GFU prüft, welche AON-Anbindung an Ihrem Unternehmensstandort verfügbar ist und welche vertraglich garantierte Bandbreite, Servicebedingungen, IP-Optionen und Redundanzmöglichkeiten das konkrete Angebot enthält. An einigen Standorten kann AON preislich mit GPON vergleichbar sein.

Weiterlesen und nachrechnen

Copyright © GFU Distribution

GFU – Glasfaser für Unternehmen